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Liebe Leser:innen,
In dieser Ausgabe unseres Newsletters präsentieren wir Ihnen eine neue Ausgabe unseres analytischen Kurzformats “Datenbasierte Denkanstöße”, wie immer mit einer Grafik und interessanten Perspektiven aus Daten über das Rheinische Revier. In dieser Ausgabe geht es um Neuzugänge im Übergangssektor im Rheinischen Revier sowie in Nordrhein-Westfalen.
Die Datenbasierten Denkanstöße finden Sie auch auf unserer Website. Neuerdings in einem übersichtlicheren Gewand.
Zusätzlich haben wir in diesem Newsletter wieder ausgewählte Hinweise und Lesetipps zusammengestellt.
Wir wünschen Ihnen vergnügliches Lesen und einen angenehmen Start in den Frühling!
Ihr Team vom Netzwerkbüro Bildung Rheinisches Revier |
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Datenbasierte Denkanstöße |
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Datenbasierte Denkanstöße 2026: Neues Jahr – neues Konzept
Datenbasiertes Denken kann Diskurse und Entwicklungen in Gang bringen, davon sind wir weiterhin überzeugt. Deswegen wird es auch 2026 unsere „Datenbasierten Denkanstöße“ geben: Jeweils eine ausgewählte Grafik, die Ergebnisse aus dem Themenfeld Bildung & Fachkräftesicherung im Strukturwandel des Rheinischen Reviers darstellt, mit knappen Erläuterungen und darauf aufbauenden Überlegungen – den „Denkanstößen“.
Die bisher eher einzeln zu lesenden Beiträge sollen ab sofort inhaltlich (1.) stärker an Arbeitsschwerpunkte des NBR geknüpft und (2.) enger miteinander verwoben werden.
Wir beginnen die Reihe im Jahr 2026 mit Denkanstößen zum Übergangssektor an Berufskollegs. Zum Thema “Übergangssektor an Berufskollegs” liegen auf Basis qualitativer Interviews mittlerweile fünf Themenberichte des NBR zur Berufsorientierung vor. In einem multidimensionalen Ansatz wurden zudem die Perspektiven der berufsberatenden Fachpraxis und der strukturellen Ebene mit eingeflochten und die Ergebnisse in einem zusammenfassenden Impulspapier veröffentlicht.
Auch in der aktuellen Förderphase wollen wir dem Übergangssektor als einem wichtigen strukturellem Element für die Fachkräftesicherung weiter Aufmerksamkeit schenken – und ihm in diesem Jahr auch Raum im Format der Denkanstöße geben. Dabei konzentrieren wir uns ganz auf das Rheinische Revier und Nordrhein-Westfalen und verabschieden uns von dem bisherigen Format des Vergleichs der drei Braunkohlereviere.
Wir starten die Reihe mit einer Darstellung zur quantitativen Entwicklung der Schüler:innen im Übergangssektor, hoffen auf Ihr Interesse und wünschen gute Gedanken zum Themenfeld und darüber hinaus!
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Datenbasierte Denkanstöße 1/2026: Neuzugänge im Übergangssektor
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Abbildung 1: Entwicklung der Anzahl neuer Schüler:innen im Übergangssektor und dualer/schulischer Ausbildung an Berufskollegs im Rheinischen Revier und NRW 2014-2024, Index zum Basisjahr 2014. Daten: Allgemeiner Schuldatensatz, IT.NRW, eigene Berechnung und Darstellung.
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Einführende Erläuterungen
Als Schnittstelle zwischen Schule, beruflicher Ausbildung und Arbeitsmarkt gewinnt der Übergangssektor angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels an Bedeutung. Zugleich steht er aufgrund seiner als gering eingeschätzten Effektivität, gemessen u. a. an niedrigen Übergangsquoten in Ausbildung und Beschäftigung sowie langer Verweildauer, in der Kritik.[1] Die NBR-Denkanstöße im Jahr 2026 werfen quantitative Schlaglichter auf diesen Sektor.
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Anzahl neuer Schüler:innen an Berufskollegs im Übergangssektor im Vergleich zu denen in beruflicher oder schulischer Ausbildung an Berufskollegs im Rheinischen Revier und NRW insgesamt. Grundlage ist der Allgemeine Schuldatensatz von IT.NRW. Das Jahr 2014 dient als Basisjahr, dargestellt ist jeweils die prozentuale jährliche Veränderung im Verhältnis zu diesem Basisjahr. Tabelle 1 kontextualisiert die Darstellung mit einer Übersicht zu den absoluten Zahlen 2014 und 2024.
Tabelle 1: Anzahl neuer Schüler:innen im Übergangssektor sowie dualer/schulischer Ausbildung an Berufskollegs im Rheinischen Revier und NRW 2014 und 2024. Daten: Allgemeiner Schuldatensatz, IT.NRW, eigene Berechnung und Darstellung.
| Anzahl neue Schüler:innen |
Rheinisches Revier |
Nordrhein-Westfalen |
| 2014 |
2024 |
2014 |
2024 |
| Schulische oder duale Ausbildung |
13 836
|
13 385 |
131 385 |
123 795 |
| Übergangssektor |
6 979 |
7 195 |
53 349 |
58 460 |
Ergebnisse
- In den Jahren 2015, 2016 und 2017 gab es zunehmende Schüler:innenzahlen im Übergangssektor,[2] die im Revier im Vergleich zu NRW überproportional ausfielen.
- Mit der Pandemie gab es insgesamt einen deutlichen Abwärtstrend – während nach dem Ende der rigiden Maßnahmen 2022 im Übergangssektor wieder steigende Neuzugänge zu verzeichnen sind, verbleiben die Ausbildungsanfänger:innen unterhalb des vorpandemischen Niveaus.
- Aktuell liegen die Neuzugänge im Übergangssektor sowohl in NRW als auch im Revier wieder über den Werten von 2014, wobei das Revier allerdings noch recht weit von den Höchstzahlen um 2016 entfernt ist, NRW aber eine aktuelle Höchstmarke erreicht hat.
Denkanstöße
- Das überdurchschnittliche Wachstum der Neuzugänge im Übergangssektor an Berufskollegs führt zu einer veränderten Struktur der Schüler:innenschaft: Der Übergangssektor gewinnt quantitativ an Bedeutung. Da hier vermehrt strukturell benachteiligte Schüler:innen lernen (z. B. in Bezug auf Leistungen, Abschlüssen, sozioökonomischer Lage, Unterstützungsbedarfen, Zuwanderungsgeschichte u.v.m.),[3] steigen damit zugleich Anforderungen an pädagogische Konzepte, Beratungsangebote und individuelle Begleitung an den Berufskollegs.
- Ein Ziel des Übergangssektors liegt darin, einen gelingenden Übergang in Ausbildung zu ermöglichen – letztere stagnieren aber sowohl in NRW als auch im Revier unterhalb des vorpandemischen Niveaus. Die dargestellten Entwicklungen deuten darauf hin, dass es verstärkt darum gehen muss, die Wirksamkeit des Übergangssektors hinsichtlich der Übergänge in den Blick zu nehmen und zu verbessern.
- Die in der Tabelle aufgeführten absoluten Werte zeigen dabei nachdrücklich das enorme Potenzial, das hier insbesondere im Rheinischen Revier liegt: Die Anzahl neuer Schüler:innen ist im Übergangssektor immerhin gut halb so groß wie in der dualen und schulischen Ausbildung zusammen. Der Übergangssektor ist damit kein Nebenschauplatz, sondern ein zentraler strategischer Baustein zur Fachkräftesicherung – die angesichts der demografischen Lage zunehmend an Relevanz gewinnt.
[1] Vgl. Autor:innengruppe Bildungsberichterstattung (2024). Bildung in Deutschland 2024. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zu beruflicher Bildung. wbv Publikation.; Ixmeier, S., Buck, P., & Münk, D. (Hrsg.). (2024). Chancen für Alle durch (berufliche) Bildung: Inklusion und Teilhabe für Menschen mit gesundheitlicher Beeinträchtigung (Berufsbildung, Arbeit und Innovation, 81). Bielefeld: wbv Media GmbH & Co. KG. Link
[2] Zumindest teilweise durch erhöhte Zuwanderung ab 2015 begründet, vgl. Euler, D. (2022). Die Rolle des Berufskollegs im nordrhein-westfälischen Bildungssystem: Leistungspotenziale, Herausforderungen und Ansätze zur Weiterentwicklung. Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen & RuhrFutur gGmbH: S. 46.
[3] Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (2025): Kompetenzen für den erfolgreichen Übergang von der Sekundarstufe I in die berufliche Ausbildung sichern. Link
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Bildungskooperationen erfassen: Neues KOSMO-Handout für Kommunen
Kommunen haben verschiedene Möglichkeiten, die Rahmenbedingungen für Kooperationen zwischen Schulen und zivilgesellschaftlichen Bildungsakteuren mit zu gestalten. Angesichts von Raummangel, Fachkräftedruck, finanziellen Engpässen und dem Ausbau von Ganztagsangeboten steigt die Bedeutung funktionierender Kooperationen. Gleichzeitig fehlt vielerorts eine fundierte Datengrundlage zu Akteur:innen, Angeboten, Bedarfen und Zielsetzungen, um dabei gezielt vorzugehen. Genau hier setzt das neue Handout von KOSMO an: Es stellt einen wissenschaftlich fundierten Analyserahmen inklusive konkreter Itemliste vor, mit dem sich unterschiedliche Dimensionen solcher Kooperationen systematisch erfassen lassen. Damit bietet es eine praxisnahe Grundlage für eigene Erhebungen zur Bildungslandschaft z. B. im kommunalen Bildungsmonitoring.
An dieser Stelle können Sie das Handout herunterladen.
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BNE im Rheinischen Revier stärken: neuer KoMoNa-Förderaufruf
Im Rahmen eines Workshops in Jülich am 26.03.26 zur gerade anlaufenden KoMoNa-Förderrunde haben Akteur:innen aus dem Rheinischen Revier gemeinsam potentielle und vielversprechende Ideen entwickelt. Im Mittelpunkt des Workshops stand die ganz konkrete inhaltliche Arbeit an ersten Projektansätzen: Diskutiert wurden unter anderem „Dritte Orte“ als neue Begegnungsräume, Strukturen für revierübergreifenden Wissensaustausch, die Idee der aufsuchenden, bedarfsorientierten BNE-Arbeit in Quartieren sowie Möglichkeiten, bestehende Netzwerke auszubauen und sichtbarer zu machen. In Kleingruppen wurden Ideen geschärft, mögliche Kooperationverbünde ausgelotet und nächste Schritte konkretisiert. Denn die Skizzenphase ist gerade gestartet und geht noch bis zum 8. September.
KoMoNa (Kommunale Modellvorhaben zur Umsetzung der ökologischen Nachhaltigkeitsziele in Strukturwandelregionen) unterstützt Kommunen und regionale Akteur:innen dabei, Nachhaltigkeit vor Ort umzusetzen und strukturell zu verankern. Gefördert werden dabei Projekte mit klarem Bezug zu ökologischen Nachhaltigkeitszielen – etwa in den Bereichen Klimaschutz, Biodiversität, Ressourcenschutz oder Umweltgerechtigkeit. Ein zentrales Element darunter ist Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und die aktive Einbindung der Bevölkerung, beispielsweise über Beteiligungsformate und eine gemeinschaftliche Konzeptentwicklung oder Umsetzung.
Das Programm ist Teil der Strukturstärkung in den Kohleregionen und zielt darauf, das Rheinische Revier – ebenso wie die Lausitz und das Mitteldeutsche Revier – als Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu stärken. Ziel ist der Einstieg in einen langfristig umweltverträglichen Entwicklungspfad im Sinne der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS). Für KoMoNa stellt das Bundesumweltministerium (BMUKN) insgesamt 200 Millionen Euro bereit, wobei es bereits drei Förderaufrufe gegeben hat mit sehr spannenden und erfolgreichen Projektbeispielen.
Unterstützt und begleitet wird der Antragsprozess neben der Projektträgerin Z-U-G auch von der NUA NRW und von der PD, die Anfragen gerne über folgende Mailadresse entgegen nimmt: rheinisches-revier@pd-g.de.
Hier gelangen Sie direkt zum 4. Förderaufruf und der Z-U-G Website.
Hier finden Sie außerdem alle wichtigen Infos zur Antragstellung übersichtlich aufbereitet.
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Neue KoMoNa-Projekte im Rheinischen Revier
Seit Februar 2026 läuft mit „Nachhaltig leben im Revier“ ein neues KoMoNa-Projekt der Verbraucherzentrale NRW im Rheinischen Revier. Aufbauend auf den Erfahrungen aus „MehrWertRevier“ werden hier Beteiligungsformate, Bildungsangebote und Netzwerke rund um nachhaltige Lebensweisen weiterentwickelt.
Ende März wurde zudem in Buir das Bürge-Zentrum für nachhaltige Entwicklung und Naturschutz durch den Nabu NRW eröffnet. Als neuer Anlauf-, Vernetzungs- und Bildungsort möchte es bürgerschaftliches Engagement im Strukturwandel stärken und Themen wie Naturschutz, Biotopvernetzung und ökologische Transformation vor Ort sichtbar und erlebbar machen. Der Ort Buir unweit der Reste des einst großen Bürgewaldes (heute Hambacher Forst) scheint geradezu prädestiniert dafür. Neben Veranstaltungen, Mit-Mach-Aktionen und Beratungsangeboten sind mit sechs „Öko-Leuchttürmen“ konkrete Naturschutzprojekte im Sinne des Biotopverbund Rheinisches Revier geplant, die langfristig in der Region wirken.
Beide Vorhaben werden im Rahmen der KoMoNa-Förderung und vom Land NRW unterstützt und setzen Impulse für eine stärker verankerte BNE und beteiligungsorientierte Nachhaltigkeitsentwicklung im Rheinischen Revier.
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Einladung von Fit Green: Vernetzungstreffen zum Thema "Passung auf dem Ausbildungsmarkt"
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Die Fachkräfteinitiative Green Economy im Rheinischen Revier – FIT GREEN lädt zu ihrem 2. Vernetzungstreffen der ein, das am 29. April 2026 von 10:00 Uhr bis 13:00 Uhr im Energie-Kompetenz-Zentrum Rhein-Erft Kreis (EkoZet) in Horrem stattfindet.
Themenschwerpunkt der Veranstaltung wird das Thema Passung auf dem Ausbildungsmarkt sein und die Frage, wie Akteure der Beruflichen Orientierung und Betriebe Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt adressieren können.
Anmeldungen sind bis zum 23.04.2026 möglich per Mail an info@fit-green.de, Betreff: “Teilnahme Vernetzungstreffen”.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Green Fit.
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Spannende Studien und Materialien finden Sie auf unserer Website. |
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ISA e. V. – Netzwerkbüro Bildung Rheinisches Revier | Dr. Rabea Pfeifer | Friesenring 40 | 48147 Münster info@bildung-rheinisches-revier.de | www.bildung-rheinisches-revier.de V.i.S.d.P: Prof. Dr. Judith Haase, 1. Vorsitzende ISA e.V. Datenschutzerklärung
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