SAG-Newsletter | Ausgabe 01/2026

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SAG-Newsletter
Ausgabe 01/2026


Aus der SAG NRW

Die Kooperationspartner:innen
der SAG NRW stellen sich vor

In unserer Interviewreihe werden wichtige Akteure zur Gestaltung und Umsetzung von Ganztagsbildung in NRW vorgestellt.

Interview mit Christiane Bröckling, Geschäftsführung Bildungspartner NRW

Kirstin Gembalies-Wrobel

Die Geschäftsstelle Bildungspartner NRW ist die zentrale Fach- und Koordinierungsstelle für die Zusammenarbeit von Schulen und kommunalen Bildungs- und Kultureinrichtungen. Sie engagiert sich für die Öffnung von Schule und das außerschulische Lernen.

Seit 2005 unterstützt und fördert sie im Auftrag des Ministeriums für Schule und Bildung Nordrhein-Westfalen sowie der Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen-Lippe systematische und langfristige Bildungspartnerschaften.

Wir sprachen mit Christiane Bröckling, Geschäftsführung Bildungspartner NRW.
Als Bildungspartner NRW fördern Sie die Zusammenarbeit von Schulen mit kommunalen Bildungs- und Kultureinrichtungen. Wer kann Bildungspartner NRW werden?

Wir unterstützen Bildungspartnerschaften zwischen allen Schulformen und kommunalen Bildungs- und Kultureinrichtungen in zehn Initiativen. Von A wie Archiv über B wie Bibliothek und Bühnen, M wie Musikschulen und Museen und N für Einrichtungen der Natur- und Umweltbildung und des naturwissenschaftlichen Lernens bis zu V wie Volkshochschule arbeiten wir mit unterschiedlichsten außerschulischen Akteur:innen zusammen. Auch Sportvereine und Gedenkstätten gehören dazu.

Als Bildungspartner NRW verabreden die Partner verbindlich eine langfristige Zusammenarbeit. In einer Kooperationsvereinbarung einigen sie sich auf Ziele, Aktivitäten und Rahmenbedingungen ihrer Kooperation.

Neben den genannten Einrichtungen können zusätzlich weitere Partner in eine Bildungspartnerschaft einbezogen sein, etwa Träger der kulturellen Kinder- und Jugendbildung oder der politischen Bildung.

Welche Rolle spielen Kooperationen mit außerschulischen Partnern aus Ihrer Sicht für eine kind- und jugendorientierte Ganztagsbildung?

Je mehr Zeit Kinder und Jugendliche in der Schule verbringen, desto wichtiger wird es, Raum für ihre vielfältigen Interessen, Bedürfnisse und Potenziale zu geben und die Schule zu öffnen. Wir denken hier besonders an „unsere“ außerschulischen Einrichtungen im regionalen Umfeld.

Die Kooperationen erweitern die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen an den Angeboten des kulturellen Lebens und bieten ihnen Möglichkeiten, diese partizipativ mitzugestalten. So ergänzen Beiträge von Schüler:innen beispielsweise Museumsausstellungen um spannende Perspektiven. Die Bibliothek ist ein toller Ort für einen Book Slam, kreiert aus eigenen Leseerlebnissen. Oder die Themen, die Schülerinnen und Schüler einbringen, inspirieren ein Stück des Kinder- und Jugendtheaters.

Sowohl Partner der Umwelt- und der naturwissenschaftlich-technischen Bildung als auch Orte der historisch-politischen Bildung und Demokratieförderung sind unverzichtbar, wenn es darum geht, Zusammenhänge einer nachhaltigen Entwicklung zu verstehen. Sie berücksichtigen ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte und fördern Gestaltungskompetenzen.

Uns geht es also um das Öffnen von Möglichkeitsräumen im regionalen Umfeld für eine ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung und für eine zukunftsfähige, demokratische, nachhaltige Gesellschaft.

Welche Angebote und Formate bietet Bildungspartner NRW Schulen konkret für die Gestaltung einer qualitativ hochwertigen Ganztagsbildung?

Die Partner unseres Netzwerkes haben eine Vielzahl von Angeboten, die in Formaten wie Projekttagen, Ferienangeboten, im Rahmen von Besuchen oder zum Teil auch in Ganztags-AGs realisiert werden können.

Wir bieten neben Materialien und Arbeitshilfen auch Fachveranstaltungen, wie den Bildungspartnerkongress, an sowie digitale Plattformen und Tools für Kooperationen:

  • Auf BipaMap.NRW finden pädagogische Fachkräfte für alle Altersgruppen und zu den unterschiedlichsten Themen spannende außerschulische Lernorte in ihrer Nähe.
  • Mit der App BIPARCOURS können Schüler:innen Lernorte erkunden und auch selbst kleine Quizzes oder digitale Schnitzeljagden erstellen.
  • Unsere Kooperationsplattform BipaLab.NRW bietet vielfältige Möglichkeiten, um Schüler:innen auf den Besuch eines Museums spielerisch im geschützten digitalen Raum vorzubereiten und ihre Erlebnisse dort später auszuwerten.

Welche aktuellen Bedarfe und/oder Zukunftsthemen sieht Bildungspartner NRW für die Weiterentwicklung der Ganztagsschule in NRW?

Wichtig und zugleich sehr herausfordernd ist es, die komplexen Ganztagsstrukturen zu verstehen, Netzwerke zu kennen und nach eigenen Möglichkeiten zu nutzen. Wir unterstützen gern mit unseren Informations- und Kommunikationsmitteln.

Die beschränkten zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen treiben die Partner am meisten um. Zugleich wissen alle, wie wichtig es ist, dass die Ganztagsschule ein attraktiver Bildungsort wird; die Bereitschaft dazu beizutragen, ist da. Hier gilt es eine gute Balance zu finden.

Die Perspektive Ganztagsbildung hat bei der Weiterentwicklung unserer Unterstützungsangebote in den zurückliegenden Monaten an Bedeutung gewonnen und wurde sukzessive in die Kooperationsvereinbarungen und unsere Informations- und Begleitmaterialien eingearbeitet. Zur Unterstützung der Angebotsentwicklung bieten wir insbesondere unsere digitalen Plattformen und Tools an.


Ganztag stärken – Personal qualifizieren

Das Bild zeigt André Altermann
Der Ausbau des Ganztags stellt Schulen und Träger vor große Herausforderungen – insbesondere bei der Qualifizierung von Menschen im Ganztag ohne pädagogische Ausbildung. Das Projekt KoGat (Kompetent im Ganztag) setzt genau hier an. Mit KoGat wurde ein Curriculum entwickelt, das Basiskompetenzen für Mitarbeitende im Ganztag ohne pädagogische Ausbildung vermittelt. Wir sprachen mit André Altermann, der maßgeblich an der Entwicklung des Curriculums mitgewirkt hat, über die Hintergründe, Ziele und Perspektiven des Qualifizierungskonzepts.

Was war der ausschlaggebende Anlass für die Entwicklung von KoGat, wer hat daran mitgewirkt – und warum war dieses Weiterbildungskonzept aus Ihrer Sicht genau zu diesem Zeitpunkt notwendig?

Die Entwicklung eines Curriculums zur Qualifizierung von Personal im Ganztag ohne pädagogische Ausbildung erfolgte im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ). Für die Durchführung verantwortlich war ein Konsortium, bestehend aus der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung GmbH (DKJS), dem Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) an der Universität Duisburg-Essen, dem Sozialwerk für Bildung und Jugend gGmbH (SBJ) und dem Institut für soziale Arbeit e. V. (ISA). Begleitet wurde die Entwicklung durch einen Expert:innen-Beirat aus Wissenschaft, Politik, Gewerkschaften, Trägern der Freien Wohlfahrtspflege und weiteren zivilgesellschaftlichen Akteuren. 

Ein wichtiger Impuls war sicherlich der bevorstehende Rechtsanspruch auf Ganztagsförderung im Grundschulalter ab dem Schuljahr 2026/27 und dem damit zu erwartenden Mehrbedarf an Personal, bei einem sich gleichzeitig verschärfenden Fachkräftemangel. Im Grunde muss man aber anerkennend und wertschätzend betonen, dass wir im Ganztagsausbau der letzten 20 Jahre schon auf die Gruppe der sog. pädagogischen Laien angewiesen waren und es nach wie vor sind. 

Im schulischen Ganztag waren und sind sie nicht nur systemrelevant, sondern systemstabilisierend. Viele Träger haben sich in der Vergangenheit bereits auf den Weg gemacht und Qualifizierungskonzepte für ihr Personal entwickelt. Mit dem KoGat Curriculum liegt nun ein Qualifizierungskonzept vor, das aufgrund seiner mit Fachexpert:innen validierten Inhalte, die für die Arbeit im Ganztag notwendigen Basiskompetenzen für Personal ohne einschlägigen Abschluss beschreibt. Durch eine enge Verknüpfung von Theorie und Praxis sollen auf KoGat aufbauende Qualifizierungen zu mehr Handlungssicherheit im Arbeitsalltag führen, aber auch Zuständigkeitsbereiche von Fachkräften aufzeigen. Eine KoGat Qualifizierung ist somit kein Ersatz für eine grundständige pädagogische Ausbildung! 

Das ganze Interview lesen Sie auf unseren Seiten!


Workshop zur multiprofessionellen Zusammenarbeit als Download

Der neue Workshop der SAG NRW zeigt, warum qualitative multiprofessionelle Zusammenarbeit nicht nebenbei entsteht. Da Kinder immer mehr Zeit in Bildungseinrichtungen verbringen, wird es zunehmend wichtiger, Ganztagsbildung multiprofessionell zu gestalten. Mehr Kooperationen garantieren allerdings noch keine Qualität. Ganz im Gegenteil: Multiprofessionelle Zusammenarbeit kann sogar zu destruktiven Teamdynamiken führen. Eine Qualitätssteigerung in der Ganztagsbildung entsteht durch eine kontinuierliche Teamentwicklung beispielsweise durch eine gemeinsam ausgehandelte Haltung. Der Workshop unterstützt dabei und ist so konzipiert, dass Teams ihn eigenständig und ohne fremde Fachexpertise durchführen können. Er steht ab sofort zum Download bereit.  

Die SAG NRW jetzt auf LinkedIn – vernetzen Sie sich mit uns

Die SAG NRW ist ab sofort auch auf LinkedIn aktiv. Damit schaffen wir eine weitere Plattform für Austausch, Information und Vernetzung rund um das Thema Ganztagsbildung in NRW.

Auf unserem Profil teilen wir regelmäßig Einblicke in unsere Arbeit, aktuelle Projekte, Veranstaltungen sowie fachliche Impulse und Entwicklungen aus unserem Themenfeld. Wir möchten Transparenz schaffen, Diskussionen anstoßen und den Dialog mit Lehr- und Fachkräften, der Wissenschaft sowie allen Interessierten intensivieren.

Folgen Sie uns, teilen Sie Ihre Perspektive und diskutieren Sie mit. Wir freuen uns auf Ihre Impulse.


Jahresrück- und -ausblick: Zurückgeschaut. Weitergedacht.

Was haben wir gemeinsam geschafft? Was hat uns bewegt? Und was nehmen wir für das kommende Jahr mit? Lesen Sie, was wir in der SAG NRW erreicht haben, welche Entwicklungen wichtig waren und welche Themen uns weiter beschäftigen. Klicken Sie sich durch die Highlights und gewinnen Sie neue Impulse für Ihre Arbeit.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Lesen.


Veranstaltungen (intern & extern)

Neue Termine der Veranstaltungsreihe Quigs Kids 2026

Sie haben Fragen dazu, wie Sie mit Quigs Kids starten können? Sie haben sich entschieden, Quigs Kids an Ihrer Ganztagsschule anzuwenden? Sie sind bereits im Quigs Kids Prozess und wünschen sich Austausch?

Die digitale Veranstaltungsreihe bietet praxisnahe und konkrete Unterstützung für Ganztagsschulen bei der partizipativen Qualitätsentwicklung!

Die Veranstaltungen orientieren sich an den drei Phasen des Qualitätskreislaufs und bieten praxisnahe Impulse sowie Raum für Austausch.


Veranstaltungsreihe „Kernpunkte des OGS-Erlasses“ der Landesjugendämter NRW

Die Reihe beleuchtet zentrale Aspekte des neuen OGS-Erlasses und fördert den interkommunalen fachlichen Austausch. Zielgruppe sind primär kommunale Jugendämter, sie steht aber auch anderen Interessierten der kommunalen Steuerungsebenen offen. Die digitale Veranstaltungsreihe wird von den beiden Landesjugendämtern Rheinland und Westfalen organisiert und durchgeführt.

Termine

  • 20. März 2026 – Partner der Ganztagsförderung/Kommunale Bildungslandschaften
    > Zur Anmeldung

Fachtag Kulturelle Jugendarbeit im Ganztag der Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit

Die Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit lädt Akteur:innen aus dem Ganztag am 15. April 2026 nach Dortmund ein, um die Kulturelle Jugendarbeit in NRW kennenzulernen. Die Fachbereiche Literatur, Tanz, Kunst, Musik, Theater und Zirkus stellen auf dem Fachtag Konzepte und Methoden vor und entwickeln gemeinsam mit Ihnen Perspektiven und Angebote für eine gelingende Ganztagsbildung. Der Ganztag verbindet schulische und außerschulische Bildung. Kulturelle Jugendarbeit eröffnet dabei Kindern und Jugendlichen Räume zum Entdecken, Mitgestalten und kreativen Ausprobieren – ergänzend zum Unterricht und orientiert an ihren Interessen.

Anmeldeschluss ist der 31. März 2026. 


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Lesetipps, Videos, Fakten...

Dritter Bericht zum Ganztagsausbau des BMBFSFJ 

Der 3. Bericht zum Ausbaustand der ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangebote für Grundschulkinder nach § 24a SGB VIII zeigt deutlich: Der Rechtsanspruch ab 2026 rückt näher – doch der Weg dorthin bleibt anspruchsvoll. Bundesweit nutzen bereits über die Hälfte aller Grundschulkinder ein Ganztagsangebot, gleichzeitig wächst der Bedarf weiter. Besonders in Nordrhein-Westfalen wird klar: Der Ausbau kommt voran, reicht aber noch nicht aus, um allen Kindern und Familien ein verlässliches Angebot zu garantieren.

Der Bericht liefert aktuelle Zahlen zu Platzbedarf, Finanzierung und Elternwünschen und macht sichtbar, wo Chancen liegen – und wo dringender Handlungsbedarf besteht, etwa beim Fachkräftegewinnung und der Qualität der Angebote.

Lesen Sie hier die zentralen Ergebnisse des Berichts.

> Zur Kurzfassung
> Zur interaktiven Landkarte zu Betreuungszahlen im Ganztag

Publikation “Schulentwicklung an sozialräumlich benachteiligten Standorten”

Der Sammelband richtet den Blick auf Schulen an sozialräumlich benachteiligten Standorten und rückt ihre Erfolge statt Defizite in den Mittelpunkt. Er zeigt, dass erfolgreiche Schulen nicht zufällig oder aufgrund besserer Ressourcen wirken, sondern weil sie sich als lernende Organisationen weiterentwickeln. Grundlage bilden aktuelle Forschungsergebnisse zu schulischem und organisationalem Lernen. Die Beiträge verbinden empirische Befunde mit praxisnahen Fallbeispielen, Reflexionsimpulsen und konkreten Entwicklungsinstrumenten. Das Buch richtet sich an Studium, Schulpraxis, Schulverwaltung und schulische Unterstützungssysteme.


Serviceagentur Ganztagsbildung NRW

Seit 2005 unterstützt die Serviceagentur Ganztagsbildung NRW als Kooperationsprojekt von Schulen, Jugendhilfe und weiteren Partnern die Entwicklung und Qualifizierung von Ganztagsschulen in NRW. Sie ist damit Ansprechpartnerin für Schulen und ihre Partner, die ganztägige Bildungsangebote entwickeln, ausbauen und qualitativ verbessern wollen. Im Zentrum der Arbeit steht die Entwicklung einer kind- und jugendorientierten Ganztagsbildung. Schwerpunkthemen sind dabei die Ausgestaltung von multiprofessioneller Zusammenarbeit, die Förderung von Beteiligungsprozessen von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern sowie die weitere Öffnung zum Sozialraum.


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