SAG-Newsletter | Ausgabe 04/2025

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SAG-Newsletter
Ausgabe 2025-04


Aus der SAG NRW

Weihnachtsgrüße

Die Kooperationspartner:innen
der SAG NRW stellen sich vor

In unserer Interviewreihe werden wichtige Akteure zur Gestaltung und Umsetzung von Ganztagsbildung in NRW vorgestellt.

Interview mit der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung NRW

Kirstin Gembalies-Wrobel

Eine gesunde und zukunftsfähig gestaltete Verpflegung ist ein zentraler Baustein für gelingende Bildung und Chancengerechtigkeit. Die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung NRW unterstützt Einrichtungen, Träger und Kommunen dabei, Kindern und Jugendlichen eine ausgewogene Ernährung im Alltag zu ermöglichen – praxisnah, qualitätsorientiert und gemeinsam mit allen Beteiligten.

Wir sprachen mit Kirstin Gembalies-Wrobel, Pädagogische Mitarbeiterin im Schulteam.

Welche Bedeutung hat eine ausgewogene Ernährung im Ganztag für die Bildungs- und Entwicklungschancen von Kindern und Jugendlichen?

Mehr als satt werden

Eine gute Verpflegung ist weit mehr als nur eine Mahlzeit: Sie ist ein wesentlicher Bestandteil von Ernährungsbildung, Gesundheit und sozialer Teilhabe. Kinder und Jugendliche, die regelmäßig ausgewogen essen, sind konzentrierter, leistungsfähiger und fühlen sich wohler. Darüber hinaus werden durch gemeinsames Essen soziale Kompetenzen, Genussfähigkeit und Verantwortung für Umwelt und Gesundheit gefördert. Ernährung im Ganztag bietet also wichtige Chancen, Lern- und Lebenskompetenzen zu verbinden.

Wie können Kinder und Jugendliche aktiv in die Gestaltung der Verpflegung im Ganztag einbezogen werden?

Mitbestimmung macht den Unterschied

Partizipation ist ein Schlüssel zur Akzeptanz und Qualität von Verpflegungsangeboten. Kinder und Jugendliche können in Essensräten, Feedbackrunden oder Verkostungen ihre Meinungen einbringen und so aktiv an der Menügestaltung mitwirken. Auch Projekte zu nachhaltiger Ernährung, z. B. Schulgartenarbeit oder Kochaktionen, stärken ihre Mitverantwortung und ihr Verständnis für gesunde Mahlzeiten. Entscheidend ist, dass ihre Beteiligung ernst genommen und ihre Rückmeldungen sichtbar berücksichtigt werden.

Mit welchen Herausforderungen sehen sich Schulen bei der Umsetzung einer guten Verpflegung im Alltag konfrontiert – und wie unterstützt die Vernetzungsstelle dabei?

Gemeinsam an einem Tisch

Die Kommunen organisieren meist das Verpflegungsangebot, gegessen wird in der Schule – und genau darin liegt eine besondere Chance. Gemeinsames Essen kann weit mehr sein als nur eine Pause: Es ist Teil des Zusammenlebens, schafft Begegnung und stärkt Gemeinschaft. Wenn Schule und Kommune gemeinsam an einem Tisch sitzen, können sie eine Esskultur entwickeln, die zu allen passt – alltagstauglich, lecker und mit Freude gelebt.

Damit entsteht ein Ort, an dem sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen, Lehrkräfte entlastet werden und alle spüren: Gutes Essen verbindet. Wir unterstützen Schulen und Kommunen dabei, diese gemeinsame Verantwortung mit Leben zu füllen – mit praxisnaher Beratung, Online-Angeboten und inspirierenden Beispielen, damit eine gesunde, nachhaltige und wertschätzende Verpflegung gelingt.

Wie können Kommunen, Träger und Schulen gemeinsam dazu beitragen, die Qualität der Schulverpflegung langfristig zu sichern?

Zusammenarbeit schafft Qualität

Die Sicherung von Qualität gelingt nur im Schulterschluss. Kommunen sollten den Rahmen durch verbindliche Rahmenbedingungen und eine gute Koordination setzen. Träger und Schulen wiederum können durch konsequente Qualitätsentwicklung, transparente Kommunikation und die Einbindung aller Akteursgruppen Verantwortung übernehmen. Die Vernetzungsstelle unterstützt diese Prozesse durch Netzwerkarbeit, Fortbildung und die Förderung gemeinsamer Qualitätsziele auf Landes- und kommunaler Ebene. Denn nachhaltige Verpflegungsqualität entsteht, wenn alle am gleichen Tisch sitzen – im wörtlichen und im übertragenen Sinn.


Kooperationsvereinbarung mit dem SV Bildungswerk – für eine kind- und jugendorientierte Perspektive in der Ganztagsbildung

Nach der erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem SV Bildungswerk im Rahmen der Zukunftswerkstatt „Jugendorientierte Ganztagsschule“ wurde nun eine Vereinbarung zur Zusammenarbeit unterzeichnet. Wir als SAG NRW freuen uns sehr, zukünftig noch mehr als bisher die Expertise der Schüler:innenvertretung in unsere Arbeit mit einzubringen.

Das SV-Bildungswerk kurz vorgestellt:

Echte Beteiligung und Demokratiebildung, von Jugendlichen für Jugendliche: dafür steht das SV-Bildungswerk seit mittlerweile 20 Jahren. Gegründet, um Wissen und Methoden für Schüler:innenvertretungen zu sichern und weiterzugeben, wurde der Verein schnell zu einer Plattform für junges Engagement und war beispielsweise in den bundesweiten Programmen „Ganztägig lernen“ und „Ganztägig bilden“ über viele Jahre für die Beteiligung von Schüler:innen verantwortlich. Bis heute unterstützt das SV-Bildungswerk junge Menschen dabei, sich wirksam zu engagieren: mit Peer-to-Peer-Workshops an Schulen in den Bereichen SV und Demokratie, Mentale Gesundheit sowie Bildung für nachhaltige Entwicklung, die direkt vor Ort wirken und individuell an die lokalen Bedarfe angepasst werden. Zudem bildet das SV-Bildungswerk junge Menschen zu Peer-to-Peer-Trainer:innen aus und setzt für Kommunen, Ministerien oder Stiftungen passgenaue Beteiligungsformate um – immer in der Überzeugung, dass Jugendliche Expert:innen in eigener Sache sind. Alle Projekte werden getragen und umgesetzt durch das bundesweite Netzwerk aus etwa 300 jungen Menschen zwischen 14 und 21 Jahren.


Zusammen gelingt’s – #SAG-Barcamp für eine starke Ganztagsbildung

Der kreative Ort „Unperfekthaus“ in Essen füllte sich im Dezember mit Menschen, die eines verbindet: die Vision einer Ganztagsbildung, die Kinder ganzheitlich stärkt. Schon beim Ankommen herrschte eine offene und erwartungsfrohe Stimmung. Was folgte, war ein Tag mit viel Spaß, mit offenen Türen und vor allem großer Neugier. In insgesamt zwölf selbstgewählten Sessions entschieden die Teilnehmenden, worüber gesprochen, nachgedacht und gearbeitet wurde: so beispielsweise zu Themen wie „Kinderschutzkonzepte im Offenen Ganztag & Zusammenarbeit mit Schulen“ oder zu „Prozessoptimierung & Arbeitsplatzorganisation mit KI“, „Kulturelle Bildung im Ganztag“ und „Welche Rollen haben die Jugendämter ab 26?“ oder „Multiprofessionelle Teamarbeit“ und noch einiges mehr. In den Sessions tauschten sich die Teilnehmenden über ihren Alltag und ihre Erfahrungen mit dem Ganztag in NRW aus. Denn auch wenn viele positive Beispiele Mut machen, gibt es durchaus noch Potenzial für den Ausbau und die Weiterentwicklung der Ganztagsbildung. Praktische Beispiele, kontroverse Fragen und hilfreiche Tools sorgten dafür, dass aus Zuhörenden schnell auch Teilgebende wurden. 

Zwischen den Sessions war aber auch noch genügend Raum fürs Kennenlernen und vertiefende Gespräche. Denn genau das soll ein Barcamp bieten: Austausch, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln.

Am Ende des Tages blieb ein starkes Gefühl: Wenn verschiedene Perspektiven zusammenkommen, entsteht Neues. Das SAG-Barcamp zeigte erneut, wie wertvoll solche Formate für die Zukunft der Ganztagsbildung sind.

Eine Dokumentation können Sie im Januar auf unserer Homepage abrufen.


Gemeinsam Qualität gestalten – Rückblick auf Regionale Qualitätszirkel 2025

Die Regionalen Qualitätszirkel 2025 standen im Zeichen eines gelungenen Neustarts. Nach längerer Pause fanden im Frühjahr drei Präsenzveranstaltungen statt. Im Zentrum stand die vertiefende Auseinandersetzung mit dem Thema „Pädagogische Architektur“. Fachliche Impulse boten eine fundierte Grundlage, die anschließend in Austauschrunden weiterentwickelt wurden.

Im Dezember wurde ein digitaler überregionaler Qualitätszirkel durchgeführt. Thema war der von der SAG NRW entwickelte Leitfaden zur Erstellung von Kooperationsvereinbarungen für ganztägige Bildungs- und Betreuungsangebote, der Anfang 2026 veröffentlicht wird. Mit Blick auf den Rechtsanspruch bleibt die Vereinbarung verbindliche Grundlage der Zusammenarbeit, künftig unter Einbindung der öffentlichen Jugendhilfe.

Die Qualitätszirkel leisteten damit weiterhin einen wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung im Ganztag – ein Ansatz, den wir 2026 fortführen werden.


Kommunale und interkommunale Qualitätszirkel in NRW - Perspektiven 2026

Die Gestaltung guter Ganztagsbildung ist eine gemeinsame Aufgabe von Schulen, Trägern und Kommunen in NRW. Einen zentralen Beitrag leisten hierbei Qualitätszirkel (QZ) auf kommunaler oder interkommunaler Ebene. Die Bestandsaufnahme des ISA aus dem Jahr 2025 zeigt: Über 135 Kommunen in NRW verfügen inzwischen über einen eigenen kommunalen QZ oder sind an interkommunalen QZ beteiligt. Die über das ISA organisierte und administrativ begleitete finanzielle Förderung hat die Neugründung von 24 Qualitätszirkeln ermöglicht. Dennoch bestehen Ausbaubedarfe wie etwa in kleineren, ländlich geprägten Kommunen. Auch die stärkere Einbindung der öffentlichen Jugendhilfe sowie außerschulischer Bildungspartner bleibt eine wichtige Entwicklungsaufgabe. Zudem soll die politische und strategische Verankerung der QZ in den kommunalen Strukturen gezielt gefördert werden. Das ISA wird diese Prozesse im Jahr 2026 fachlich begleiten und die neue Förderphase organisatorisch unterstützen.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Ansprechpartnerin im ISA:

Ramona Steinhauer
Fon: 0176/57929474
E-Mail: ramona.steinhauer@isa-muenster.de


Referent:innenpool Ganztagsbildung NRW – Expertise für Ihre Veranstaltung

Für Fachveranstaltungen, Workshops oder Qualitätszirkel stellt Ihnen die SAG einen umfangreichen Referent:innenpool zur Verfügung. Er umfasst qualifizierte Referent:innen und Moderator:innen zu zentralen Themen der Ganztagsbildung: von pädagogischer Architektur und multiprofessioneller Kooperation über Partizipation und Demokratiebildung, Inklusion und Kinderschutz bis hin zu Schulentwicklung und kommunalem Bildungsmanagement. Die Kontaktaufnahme erfolgt direkt über die im Pool angegebenen Daten.


Begleitende Veranstaltungsreihe zu Quigs Kids – Infos und Austausch für alle Phasen im Qualitätskreislauf

Jetzt anmelden!

Sie wollen mit Quigs Kids starten, aber haben noch offene Fragen? Oder Sie haben bereits erfolgreich losgelegt, aber wünschen sich Austausch mit anderen Ganztagsschulen im Quigs Prozess? Dann melden Sie sich für unsere begleitende Veranstaltungsreihe zum praktischen Einsatz von Quigs Kids an – kostenfrei und digital.

Hier können Sie Fragen stellen, bekommen Informationen zu den relevanten Handlungsschritten und nehmen an digitalen Austauschtreffen teil, die von der SAG NRW moderiert werden. Außerdem können Sie sich für das im Aufbau befindliche Quigs Kids-Netzwerk anmelden, um regelmäßig aktuelle Informationen und Hinweise per E-Mail zu erhalten.

Aufgrund der Nachfrage zum Thema „Mit Quigs Kids an der Ganztagsschule starten! Phase I Information, Vorbereitung, Strukturbildung” wird am 13. Januar 2026, 16:30-17:30 Uhr ein zusätzlicher Termin zu Phase I stattfinden.

Alle Informationen zu Quigs Kids und den zugehörigen Veranstaltungen finden Sie auf www.quigs-nrw.de sowie auf der Website der SAG NRW.

Veranstaltungsreihe Quigs Kids

Zur Anmeldung auf den Termin klicken.

Mit Quigs Kids an der Ganztagsschule starten!
Phase I Information, Vorbereitung, Strukturbildung

Quigs Kids: Kinder und Jugendliche beteiligen
Phase II Themen, Handlungsfelder & Ziele

Quigs Kids: Ziele umsetzen und reflektieren!
Phase III Planung, Umsetzung, Zielerreichung

Kontakt
Sarah Spannruft
Kerstin Schneider
E-Mail: kontakt.quigs@isa-muenster.de


Veranstaltungen (intern & extern)

Quigs Kids – Begleitende Veranstaltung zu Phase II

Phase II Themen, Handlungsfelder & Ziele

20. Januar 2026
14:00-15:00 Uhr
online (Zoom)

Quigs Kids – Begleitende Veranstaltung zu Phase II

Phase II Themen, Handlungsfelder & Ziele

17. März 2026
10:00-11:00 Uhr
online (Zoom)

Klicken Sie hier für unseren Veranstaltungskalender

Lesetipps, Videos, Fakten...

Studie der Bertelsmann Stiftung (2025): Demokratisierung des Lernens in der Schule

Die Studie zeigt u.a., dass Schüler:innen an Ganztagsschulen stärker an Unterricht und Schulgestaltung beteiligt sind als jene an Schulen ohne Ganztagsangebot. Besonders groß sind die Unterschiede bei Mitbestimmung im Unterricht und schulischer Responsivität. Ein offeneres Unterrichtsklima und mehr Zeit für pädagogische Beziehungen könnten diese positiven Effekte zusätzlich begünstigen.


GEW (2025): Ganztag mitgestalten. Praktische Herausforderungen und innovative Konzepte

Die Veröffentlichung der GEW (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) zeigt rechtliche Rahmenbedingungen, praktische Umsetzung und innovative Ansätze für die Qualitätsentwicklung in schulischen und außerschulischen Ganztagsangeboten auf.


Neues KMK-Zielbild zur Schulaufsicht veröffentlicht

Die Kultusministerkonferenz hat am 16. Oktober 2025 ein bundesweit einheitliches Zielbild zur Rolle und Arbeit der Schulaufsicht vorgestellt. Das Papier definiert die Schulaufsicht erstmals als eigenständiges Berufsfeld mit klaren Aufgaben, Kompetenzen und einer modernen, unterstützenden Haltung. Ziel ist es, Schulqualität nachhaltig zu stärken, Chancengerechtigkeit zu fördern und die Zusammenarbeit zwischen Schulaufsicht, Schulen und weiteren Partnern verbindlicher und wirkungsvoller zu gestalten.

Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation: Ganztagsschulen mit den passenden Werkzeugen systematisch verbessern

Ab dem Schuljahr 2026/27 wird der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung im Grundschulalter schrittweise umgesetzt. Zwei aufeinander abgestimmte Fachbücher liefern dazu fundierte, wissenschaftlich entwickelte Unterstützung und zeigen, wie Ganztagsschulen ihre Qualität gezielt weiterentwickeln können.

Publikation ifo Institut: Ganztag in Grundschulen erhöht Chancen auf Gymnasium

Ganztagsangebote in der Grundschule wirken sich in mehreren Bereichen deutlich positiv aus: Kinder fühlen sich wohler, erleben seltener Mobbing, bekommen bessere Deutschnoten und nutzen ihre Zeit sinnvoller – zum Beispiel mehr zum Lesen und weniger für Hausaufgaben. Außerdem steigt die Chance, nach der Grundschule auf ein Gymnasium zu wechseln. Die Untersuchung zeigt diese Effekte anhand großer Datensätze und des Ausbaus der Ganztagsbetreuung in den vergangenen Jahren.

Serviceagentur Ganztagsbildung NRW

Seit 2005 unterstützt die Serviceagentur Ganztagsbildung NRW als Kooperationsprojekt von Schulen, Jugendhilfe und weiteren Partnern die Entwicklung und Qualifizierung von Ganztagsschulen in NRW. Sie ist damit Ansprechpartnerin für Schulen und ihre Partner, die ganztägige Bildungsangebote entwickeln, ausbauen und qualitativ verbessern wollen. Im Zentrum der Arbeit steht die Entwicklung einer kind- und jugendorientierten Ganztagsbildung. Schwerpunkthemen sind dabei die Ausgestaltung von multiprofessioneller Zusammenarbeit, die Förderung von Beteiligungsprozessen von Kindern, Jugendlichen und deren Eltern sowie die weitere Öffnung zum Sozialraum.


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